Google Ads: Sprachtargeting fällt weg

Ab Ende September 2026 entfernt Google das manuelle Sprachtargeting auf Kampagnenebene bei Search- und AI-Max-for-Search-Kampagnen. Die Kontrolle über die ausgespielte Sprache wandert damit von einer separaten Einstellung zur Sprache der Anzeige selbst.

Mit diesem Update setzt Google den Weg fort, den es mit der zunehmenden Automatisierung von Performance Max und AI Max bereits vorgezeichnet hat: Signale statt manueller Einstellungen sollen die Ausspielung steuern.

Die Fakten zum Update im Überblick

Stichtag: Ab Ende September 2026 verschwindet die Sprachtargeting-Einstellung auf Kampagnenebene bei Search und AI Max for Search.
Neues Matching: Anzeigen werden künftig automatisch nach der Sprache des Anzeigentexts sowie der Nutzersprache gematcht, nicht mehr über eine separate Kampagneneinstellung.
Performance Max: Auf Google Search gilt dasselbe neue Matching. Auf YouTube, Display, Discover und Gmail bleibt die bisherige Spracheinstellung wirksam.
API-Verhalten: Bestehende Sprachkriterien werden zwar noch ausgelesen, wirken aber nicht mehr. Neue Sprachkriterien lassen sich für Search-Kampagnen über die API gar nicht mehr setzen.

Strategische Einordnung: Ein Update ohne große Praxiswirkung

Offiziell begründet Google die Änderung damit, dass die bisherige Spracheinstellung stark auf Signale aus Browser und Google-Konto abstellte statt auf die tatsächliche Sprache der Suchanfrage. Auf dem Papier verlieren Advertiser damit ein manuelles Steuerungselement. In der Praxis war dieses Steuerungselement jedoch selten ein echter Hebel: Ich habe die Sprachtargeting-Einstellung in meinen Kampagnen durchgängig auf „Alle Sprachen" gelassen, da Land (oder Region) und Keyword die eigentliche Relevanz einer Anfrage ohnehin abbilden. Ein Nutzer mit englischem Browser, der auf Deutsch nach „Pullover kaufen" sucht, ist trotzdem eine relevante Anfrage, und genau solche Fälle hätte eine enge Sprachfilterung im Zweifel gekostet.

Warum sich in der Praxis für die meisten Konten wenig ändert

Für Konten, die wie meine bereits auf „Alle Sprachen" standen, ändert sich durch das Update faktisch nichts. Google übernimmt hier lediglich offiziell, was in der Praxis viele Advertiser längst so gehandhabt haben.

Der blinde Fleck im Reporting: Eine belastbare Analyse auf Basis der alten Einstellung war ohnehin nie möglich. Es gab kein Reporting, das Impressionsverluste durch die Sprachfilterung sichtbar gemacht hätte. Einziger Anhaltspunkt waren die Suchbegriffsberichte, und die zeigten bestenfalls im Nachhinein, dass relevante Anfragen aus anderen Sprachumgebungen eingingen, ohne dass sich beziffern ließ, wie viele davor bereits durch die Filterung verloren gingen.

Relevant wird es bei mehrsprachigen Konten: Existieren mehrere passende Kampagnen im Konto, entscheidet künftig eine KI-basierte Priorisierung, welche Anzeigensprache ausgespielt wird. Wer Anzeigengruppen und Assets nicht sauber nach Sprache trennt, riskiert hier nach dem Update unpräzise Ausspielung.

Fazit

Aus meiner Erfahrung war die Sprachtargeting-Einstellung nie ein Hebel mit echtem Mehrwert, eher eine Einstellung, die man aus Gewohnheit eng gesetzt oder bewusst offengelassen hat. Wer wie ich schon auf „Alle Sprachen" stand, muss durch das Update nichts anpassen. Wer bisher eng auf einzelne Sprachen eingeschränkt hat, sollte vor dem Stichtag die eigenen Anzeigentexte und die Kampagnenstruktur auf klare Sprachtrennung prüfen.

Quelle: Google Ads Developer Blog – Google Ads language targeting changes starting September 2026