Microsoft Ads: Ende des Max CPC

Ab dem 1. Oktober 2026 streicht Microsoft Advertising den manuellen maximalen CPC (Max CPC) bei der Erstellung neuer Standard-Kampagnen. Wer seine Klickpreise in Zukunft weiterhin deckeln möchte, wird ab diesem Stichtag zu einem strategischen Umweg gezwungen.

Mit diesem Update folgt Microsoft dem Weg, den Google Ads mit der Entwertung manueller Gebotsstrategien bereits vorgezeichnet hat: Die Netzwerke drängen Advertiser immer konsequenter in die Blackbox des automatisierten Smart Biddings.

Die Fakten zum Update im Überblick

Stichtag: Ab dem 01.10.2026 entfällt das Feld für den Max CPC bei der Erstellung neuer Einzelkampagnen.

Bestandsschutz: Bereits aktive Kampagnen behalten ihre manuell gesetzten CPC-Limits vorerst bei.

Das Workaround: Innerhalb von Portfolio-Gebotsstrategien bleibt der maximale CPC als Steuerungselement vollständig erhalten.

Strategische Einordnung: Kontrollverlust auf den ersten Blick

Offiziell begründet Microsoft die Änderung damit, dass harte Klickpreis-Obergrenzen die Algorithmen (wie Target CPA oder Target ROAS) in ihrem Potenzial beschränken. Auf dem Papier wirkt die komplette Streichung der Funktion jedoch wie ein erzwungener Kontrollverlust, der dem Algorithmus in volatilen Auktionen einen Freifahrtschein auf das Tagesbudget ausstellt. Wer dem System vollen Freiraum geben wollte, konnte das Limit schließlich auch bisher schon einfach leer lassen.

Warum sich in der Praxis dennoch wenig ändert

Trotz der Einschränkung auf Kampagnenebene müssen Werbetreibende nicht auf ihre Kostenkontrolle verzichten. In der täglichen Account-Steuerung relativiert sich das Update durch eine einfache Anpassung.

Der Portfolio-Workaround: Da Microsoft den Max CPC in Portfolio-Strategien weiterhin erlaubt, lässt sich die Beschränkung nahtlos umgehen. Wer beispielsweise die Klickkosten einer sensiblen Brand-Kampagne deckeln will, erstellt dafür künftig einfach eine eigene Portfolio-Strategie – auch wenn darin am Ende nur diese einzige Kampagne liegt.

Positiver Nebeneffekt für das Setup: Dieser erzwungene Umweg bringt sogar einen handfesten Vorteil für das Account-Management mit sich. Wenn Gebotsstrategien und harte Limits nicht mehr tief in den Einstellungen zahlloser Einzelkampagnen verstreut sind, sondern zwingend auf Kontoebene gebündelt werden, sorgt das langfristig für eine deutlich sauberere und übersichtlichere Account-Struktur.

Fazit

Microsoft nimmt Advertisern den direkten Hebel auf Kampagnenebene, lässt das Werkzeug aber im System. Das Update bedeutet effektiv nur einen zusätzlichen Klick bei der Kampagnenerstellung. Wer weiterhin die volle Kostenkontrolle bei Einzelklicks behalten muss oder neue Setup-Tests absichern möchte, stellt seine Kontostruktur ab sofort konsequent auf Portfolio-Strategien um.